Tipps für die Pressemitteilung

Gekonnt die Redaktionsprüfung bestehen

Pressemitteilung

Wer in seiner Pressemitteilung einige „Regeln“ beachtet, erhöht die Abdruckchancen. (Bildrechte: Meike Kluska)

Nachdem im letzten Beitrag eine Lanze für die klassische Pressearbeit gebrochen und eine Serie für die Instrumente erfolgreicher Medienarbeit versprochen wurden, gibt es in diesem Blogbeitrag nun ein paar Tipps, wie eine Pressemitteilung aussehen sollte. Wer diesen Tipp befolgt, erspart dem Redakteur Arbeit und kann somit die Abdruckchancen elementar erhöhen. Achtung: Es ist allerdings keine Garantie dafür, denn noch immer und Gott sei Dank, entscheidet das Redakteursteam, was veröffentlicht wird.

1. Finde den Anlass
Bevor in die Tasten gehauen wird, sollten Ideen gesammelt werden, die Anlass für eine Pressemitteilung geben. Im einfachsten Fall ist eine anstehende Veranstaltung im Unternehmen. Aber ist gibt auch andere Anlässe, die Presse und somit die Öffentlichkeit mit Unternehmensinformationen zu versorgen: Firmenjubiläen (wer länger als zehn Jahre am Markt ist, hat reelle Abdruckchancen, die alle fünf Jahre immens steigen), Auszeichnungen, die Mitarbeiter erlangt haben und die somit das Know-How des Unternehmens steigern und widerspiegeln (bitte immer Blick behalten, welche Vorteile das für den Kunden hat), Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen, Investitionen in die Standorterweiterung oder -vergrößerung, hoher Besuch, Servicethemen für den Verbraucher und vieles mehr. Manchmal hilft auch ein Blick in die Mediadaten: Hier sind die Themenschwerpunkte für die Ausgaben aufgelistet, eventuell findet sich ja dazu der passende Anlass. Bei der Auswahl sollte immer die Zielgruppe Schrägstrich Leserschaft im Fokus sein, damit die Informationen abgedruckt, aber auch gelesen werden. „Wir haben nichts, worüber man schreiben kann.“ Wenn Sie so denken, können Sie jetzt aus dem Artikel aussteigen oder den Tipp befolgen: Außenstehende PR-Experten finden die Story – garantiert!

2. Finde den Aufhänger
Ist das Thema beziehungsweise der Anlass ausgewählt, sollte festgelegt werden, welchen Schwerpunkt die „Story“ bekommt. Dieser sollte ein echter Knüller sein. Ja klar, einfacher gesagt als getan, aber hier kann man sich selber einmal überlegen, was man an solchen „Geschichten“ spannend finden und lesen würde. Im Idealfall einfach einmal den Unternehmensdunstkreis verlassen, einem Unbeteiligten die Story erzählen und fragen, was dieser daran spannend finden könnte. Betriebsblindheit vernebelt häufig die Quintessenz. Und im Zweifelsfall: Einen anderen Aufhänger finden! An dieser Stelle ein Tipp von der PR-Expertin: Lassen Sie mal einen externen PRler auf die Sache schauen, dieser wird den passenden Aufhänger für Sie finden.

3. Von hinten wird weggekürzt
Damit die Presseinfo nicht im Rundordner der Redaktion landet (Rund 70 Prozent der Presseinfos sind nach Empfinden der Redakteure nämlich Informationsmüll), sollte auch an dem inhaltlichen Aufbau der Presseinformation gefeilt werden. Vergessen Sie den Schulaufsatz mit Einleitung, Höhepunkt und Schluss/Fazit, vergessen Sie Chronologie. Höhepunkt und Fazit müssen in der Pressemeldung schon ganz am Anfang auftauchen. Eine Pressemitteilung ordnet die Fakten nach abnehmender Wichtigkeit. Schon auf den ersten Blick muss klar werden, worum es in der Mitteilung geht und weil Redakteure immer von hinten wegkürzen, darf dort nicht die wichtigste Information versteckt sein. In der Regel beantwortet der erste Abschnitt der Pressemitteilung die W-Fragen: Wer macht was wie, wann, wo, wozu und für wen! Wer das immer vor seinem geistigen Auge ablaufen lässt, vergisst so schnell nichts und verhindert, dass beim Redaktionsteam Fragen auftauchen und die Meldung im schlimmsten Fall mit Entsorgung bestraft wird.

4. Verständlicher Inhalt
Knapp, präzise, aktuell, möglichst objektiv, wertungsfrei und gut lesbar sollte eine Presseinformation sein. Erzählen Sie die Geschichte anschaulich und sorgen Sie bei schwierigen Themen für einen verständlichen Vergleich. Kurze und allgemeinverständliche Sätze lassen keine Fragen aufkommen – denn diese sind tödlich für den Erfolg: Entweder sorgen sie dafür, dass die Presseinformation nicht die Redaktionsprüfung besteht oder sie tauchen beim Leser auf. Neben dem werden Unternehmer aber in der Regel nicht sitzen, um ihm ganz genau zu erklären, was mit dieser Information gemeint sein könnte. Abkürzungen und Fachausdrücke vermeiden, einen vorsichtigen Umgang mit Adjektiven pflegen, nicht die Ich- oder Wir-Perspektive wählen und Vor- und Nachnamen sowie Position ausschreiben. Zitate machen die Pressemitteilung lebendiger. Eine knackige und spannende Überschrift locken den Leser direkt in den Artikel.

5. Nicht nur die inneren Werte zählen
Das äußere Erscheinungsbild sorgt in der Redaktion für Akzeptanz. Der Leser/die Zielgruppe bekommt davon zwar nichts mit, aber der Redakteur. Deshalb gibt es hier auch ein paar Tipps: Eine Pressemitteilung sollte als solche zu erkennen sein („Pressemitteilung“ oben drüber sorgt für Orientierung). Absender, Ansprechpartner inklusive Kontaktdaten für Nachfragen sind ein Muss. Achten Sie darauf, dass die entsprechende Person auch im Haus und nicht gerade zu einer sechsmonatigen Weltreise angetreten ist. Absätze und Zwischenüberschriften lockern auf. Versuchen Sie eine Pressemitteilung zu verfassen, die nicht länger als eine DIN A4 Seite ist. Nur, wenn es ein wirklich spannendes Thema oder eine andere Vereinbarung mit der Redaktion gibt, darf diese Länge überschritten werden. Aber nie mehr als zwei DIN A4! Sie tun der Redaktion einen großen Gefallen, wenn die Pressemitteilung in digitaler Form in der Redaktion eintrudelt. NIEMAND hat Lust, ein Dokument abzutippen. Auch Redaktionen sind im digitalen Zeitalter angekommen, Schreibmaschine und Schriftsetzer sind Relikte der Vergangenheit. Liefern Sie außerdem ein hochauflösendes Foto mit. Tipps fürs überzeugende Pressefoto gibt’s im nächsten Blogbeitrag.

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2 Gedanken zu “Tipps für die Pressemitteilung

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