Pressearbeit: Mit Geduld und Spucke

IMG_0834

Wenn Unternehmen ein paar Dinge beachten, können sie Erfolge in der Pressearbeit verbuchen. (Bild: Meike Kluska)

Auch, wenn Social-Media-Kommunikation heute einen großen Part in der Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens eingenommen hat, sollten Firmen die klassische Pressearbeit nicht vernachlässigen. Gerade Fach- und Branchenmagazine, Wirtschaftszeitungen, aber auch die örtliche Tageszeitung haben ihre Leser und sind praktische Multiplikatoren für Unternehmensbotschaften. Und: Diese Medien sind nicht nur offline unterwegs, sondern machen Presseartikel auch online zugängig. Doch wie funktioniert erfolgreiche Pressearbeit? Wann haben Unternehmen Abruckerfolge, auch ohne Anzeigenschaltung? In diesem Blogbeitrag habe ich neun Tipps für erfolgreiche Pressearbeit zusammengestellt. Gleichzeitig erkläre ich in einer lockeren Serie die Instrumente der Medienarbeit.

1. Unternehmen klar positioniert

Erfogreiche Pressearbeit setzt voraus, dass sich Unternehmen zuvor intern und extern positioniert haben. Es muss eine deutliche Vorstellung vorliegen, wofür Ihr Unternehmen steht und was Sie tun sowie verkaufen. Die Zielgruppe und die zu vermittelnde Unternehmensbotschaft müssen klar sein.

2. Medienüberblick verschaffen

Nun sollten sich Unternehmen die Medien heraussuchen, die zu ihrer Branche passen und von der Unternehmenszielgruppe gelesen werden. Medienübersichtsseiten geben Aufschluss darüber, welche Medien es gibt. Detaillierte Informationen über Auflage, Lesergruppe und Kontaktpersonen finden Unternehmen in den jeweiligen aktuellen Mediadaten. Diese geben außerdem Aufschluss darüber, welche Schwerpunktthemen ein Medium für das Jahr geplant hat – praktisch, wenn Firmen die Pressemeldungen daran orientieren möchten. Eine eigens angelegte Liste mit Zeitschrift, Auflage und Kontaktdaten, die regelmäßig gepflegt werden sollte, schafft klaren Überblick. Tipp: Nehmen Sie ersten Kontakt zur Redaktion auf, stellen Sie sich kurz vor und fragen, wer in der Redaktion der Ansprechpartner für Ihre Branche ist. Vielleicht helfen google und XING bei der Recherche nach dem passenden Kontakt. Überfallen Sie nicht gleich mit einer Pressemeldung, sondern fragen Sie freundlich nach, wie die zukünftige Zusammenarbeit aussehen kann.

3. Persönlichen Kontakt pflegen

Wenn Sie die Chance für einen persönlichen Kontakt bekommen, nutzen Sie diesen. Plaudern Sie locker mit dem Redakteur, auch über relevante Themen. Im Gespräch wird häufig deutlich, was der Redakteur favorisiert. Bedrängen Sie den Redakteur nicht – weder persönlich noch telefonisch – ihre Pressemeldungen abzudrucken. Sie müssen mit Inhalten überzeugen.

4. Wissen, wie Redaktionen ticken

Redaktionen arbeiten anders als Unternehmen. Hier beginnt der Tag zwische 9 und 11 Uhr und dauert, je nach Terminlage, bis spät in den Abend. Auch Wochenendeinsätze sind nicht selten. Reakteure sind heute Allrounder: D.h. sie verfassen nicht mehr nur die Artikel, sondern kümmern sich um die Blattplanung, bearbeiten ihr überquellendes Mailfach, erstellen Mitarbeiterpläne, sitzen in Redaktionskonferenzen, fahren zu Terminen raus (haben hier häufig Block und Stift, Fotokamera, Videokamera und  Aufnahmegerät gleichzeitig in der Hand, um alle Kanäle zu bedienen) etc.. Entwickeln Sie ein Verständnis dafür, dass der Redakteur nicht am Schreibtisch sitzt und auf ihre Unternehmensstory wartet. Vielleicht haben Sie einmal die Gelegenheit einen Redaktionsalltag mitzuerleben – nutzen Sie die Chance, für die erfolgreiche Pressearbeit kann es nur förderlich sein.

5. Es gibt keine Abdruckgarantie

Gibt es ein Schwerpunktthema in der Zeitschrift, dass Sie mit einem interessanten Serviceartikel bedienen können? Dann stehen die Abdruckchancen nicht schlecht. Auch hilft es, den Redakteur zu kontaktieren und ihn zu fragen, womit Sie seine Redaktionsarbeit thematisch unterstützen können. Gibt es klare Absprachen, ist das Verfassen einer Pressemitteilung am einfachsten. Ein Hinweis von meiner Seite: Eine Abdruckgarantie gibt es trotzdem nie! Machen Sie sich das bewusst. Auch, wenn Ihnen der Anzeigenverkäufer des Magazins etwas anderes versprochen hat. Tagesaktuelle Sachen können eine Blattplanung schnell umwerfen – bei Magazinen eher unwahrscheinlich, aber auch hier nicht auszuschließen. Pochen Sie nicht auf dieses vermeintliche Recht, damit machen Sie sich keine Freunde.

6. Nicht nerven

Erwarten Sie nicht, dass jede Meldung, die von Unternehmensseite kommt, auch immer abgedruckt wird. Es gilt: Ein Recht auf Veröffentlichung gibt es nicht, es liegt in der Entscheidungsgewalt des Redakteurs. Da hilft es auch nicht, dass Sie hinter jeder Pressemitteilung her telefonieren und eine Erklärung erwarten. Die Redaktion hat anderes zutun, als solche Telefonate von Unternehmen zu beantworten. Auch mit nervenden Rückfragen machen Sie sich keine Freunde bei den Medien.

7. Der stete Tropfen höhlt den Stein

Haben Sie Geduld. Wie gesagt: Nicht alles wird abgedruckt. Aber wahrgenommen. Und vielleicht gibt es bald ein Thema in der Redaktion, zu dem Sie einen Beitrag leisten können und aktiv von der Redaktion angesprochen werden, weil man Sie als Experten in einem Thema wahrgenommen hat. Auch diese Funktion haben Pressmeldungen. Das heißt nun aber nicht, dass Sie Redaktionen mit Meldungen überfluten sollten. Liefern Sie relevante Meldungen, das erhöht Ihre Wahrnehmung bei der Zeitung. Und wenn es thematisch passt, werden diese auch veröffentlicht.

8. Sommerlöcher nutzen

Nutzen Sie die Sommerlöcher für Ihre Veröffentlichungschance – wie in einem Blogbeitrag beschrieben. Medien haben in den Sommermonaten häufig themenmaue Zeiten. Das ist Ihre Chance.

9. Themenrelevanz beachten

Bei allen Tipps, wann und wie ich eine Meldung platziere, gilt allerdings: Das Thema muss relevant sein für die Leser des jeweiligen Mediums. Schauen Sie sich die Zielgruppe einer Zeitschrift also ganz genau an und zielen Sie die Botschaft Ihrer Meldung darauf ab. Wie eine Pressemeldung ganz genau aussehen muss, um die Abdruckchancen zu erhöhen, wird das Thema eines nächste Blogbeitrages sein.

10. Das Foto ist ein Muss

Ein Text lebt von einem Bild – es ist für den Leser immer der Einstieg in einen interessanten Text. Liefern Sie also Pressemeldungen immer mit einem aussagekräftigen und „schönen“ Foto. Nutzen Sie dazu nicht einfach nur Ihr Smartphone, sondern eine Digitalkamera. Denken Sie dabei an eine hohe Auflösung, damit das Foto im Abdruck nicht verpixelt (mind. 1 MB & 300 dpi). Auch, wie das passende PR-Foto aussieht, wird Inhalt eines Blogbeitrages sein.

Hier kann der Textakrobat-Blog abonniert werden. Dafür die E-Mail-Adresse angeben:


Delivered by FeedBurner

4 Gedanken zu “Pressearbeit: Mit Geduld und Spucke

  1. Pingback: Tipps für die Pressemitteilung | Textakrobat-Blog PR & Kommunikation

  2. Pingback: Tipps für eine Pressemappe | Textakrobat-Blog PR & Kommunikation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.