Facebook & WhatsApp – Hochzeitsglocken verklungen?

Alternative: Überlegter Umgang mit der Social-Media-Welt

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Ruhig ist es um die Hochzeit von facebook und WhatsApp geworden (Bild: Meike Kluska)

Um die Hochzeit von facebook und WhatsApp ist es ruhig geworden. Keine datenschutzrechtlich orientierten Moralapostel mehr, die die Social-Media Kanäle mit ihren Bedenken vollposten. Nur am Rande finden sich News zu diesem Thema, denn ich habe einfach mal google gefragt. Doch die sind eher positiv: So hat WhatsApp nicht etwa Nutzer verloren, nein, der Messangerdienst hat trotz der vielzitierten Sicherheitslücken Nutzer gewonnen. Im Schnitt steigen die Kunden im Monat um 15 Millionen – rund 31 Millionen sind es in Deutschland ingesamt, mehr als 480 Millionen weltweit. Auch in meiner WhatsApp-Kontaktliste hat sich nichts negativ verändert. Somit zeigt sich: Umsonst Unruhe verbreitet. Oder anders formuliert: Die überwiegend negative Publicity hat genau das Gegenteil bewirkt und WhatsApp ins Gespräch gebracht – Marc Zuckerberg und Jan Koum müssten eigentlich ein dickes Dankeschön für diese „kostenlose“ PR in die Welt hinausschreien.

Großes Stück vom PR-Kuchen

Nun, Threema und Co können sich aber auch bedanken. Denn auch sie haben ein Stück vom großen PR-Kuchen abbekommen und konnten aus dem Schatten heraustreten: die Wahrnehmung hat sich positiv verändert, die Kundenzahlen sind gestiegen. Aber wer hat sich nun wirklich komplett von WhatsApp losgesagt? Hat seine Komfortzone verlassen und hat einfach den Anbieter gewechselt? Mal ehrlich! Ich nicht, aber ich hatte es auch nie vor. Und ich vermute, dass auch bei anderen Menschen mal wieder die Bequemlichkeit gesiegt und die Bedenken schlichtweg überlagert hat. Auch weiterhin werden Sprach- und Textnachrichten versendet sowie aufgeforderte Aktualisierungen durchgeführt, obwohl diese einem erneut den Zugriff auf eigentlich alles im Smartphone vor Augen geführt hat. Wir haben es akzeptiert, haben mit unseren Daten bezahlt.

Schritt zurück nicht möglich

Egal, dafür bekommen wir ja nun auch eine Menge geboten. Und auch facebook hat nicht gelitten und ist nach wie vor die ungeschlagene Nummer 1 in der deutschen Social-Media-Welt. Obwohl facebook als Datenkrake bekannt ist, will auch hier keiner die Vorteile missen. Ich auch nicht. Nein, auf keinen Fall. Weiterhin profitiere ich von facebook, knüpfe Kontakte, erreiche meine Zielgruppe auf Augenhöhe und rate es auch anderen Unternehmen, diese Form der Unternehmenskommunikation zu nutzen. Heute findet die Kommunikation bei facebook statt, morgen vielleicht ganz woanders – aber einen Schritt zurück, wird es nicht mehr geben.

Social-Media-Guidelines für Mitarbeiter

Vielleicht müssen wir aber sensibler im Umgang mit der Social-Media-Kommunikation werden –im privaten und auch beruflichen Bereich. Die Onlineoffenbarung vorher filtern und erst Denken, dann posten! Wir können und sollten die Entwicklung der Social-Media-Kommunikation nicht aufhalten, aber wir sollten uns überlegen, wie wir uns dort bewegen, was wir preisgeben wollen. Denn an der Stelle haben wir noch die Kontrolle. Ein plattes Beispiel: Wer sich auf einer Party daneben benimmt, sich dabei fotografieren lässt und es im schlimmsten Fall selber noch online stellt, kann sich hinterher nicht beschweren. Für Unternehmen: Sensible Daten haben auch in der Social-Media-Welt nichts zu suchen. Auch sollten die Mitarbeiter mit ins Boot genommen werden. Mit Social-Media-Guidelines werden klare Regeln aufgestellt, denn sie sind wichtige Repräsentanten des Unternehmens und sollte sich in diesem Zusammenhang überlegt verhalten.

Vorzüge gegen Daten

Es geht nicht darum, die Social-Media-Welt auszuschalten. Mit dem Computerzeitalter hat das auch nicht funktioniert, auch wenn viele den PC verflucht und ihm keine Zukunft prophezeit haben – heute unvorstellbar. Vielleicht müssen wir uns einfach überlegter in dieser Welt bewegen. Kontodaten eben mal nicht über WhatsApp verschicken. Ja, aber die Daten auf dem Smartphone, die sind ja komplett offen, werden die Kritiker nun wieder reingrätschen. Wer damit weiterhin Probleme hat, muss sich komplett aus dieser digitalen Welt entfernen – ich wiederhole mich gerne. Anders geht’s einfach nicht. Wir bezahlen mit unseren Daten und bekommen dafür eine Dienstleistung, die uns in ihren Fängen hat und von der wir uns nicht lösen wollen. Weil wir bequem sind und die Vorzüge einfach lieben. Ja, ich mache es mir wieder leicht – höre ich schon die Stimmen – aber ich stehe (wenigstens) dazu!

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